Sonntag, 11. April 2010

Kampala - Kigali - Dar es Salam

Nach unserem zweiten Aufenthalt in Kampala fuhren wir also Richtung Süden los. Der Äquator wurde zum zweiten mal von Nord nach Süd überquert und auf dem Weg nach Kabale wurde noch das neue Zweiklanghorn eingebaut, sodass wir nun auch "Huptechnisch" voll ausgerüstet sind:-)

10 kampala-dar

Von Kabale aus nehmen wir die kürzeste Route zum Bwindi Nationalpark, dass diese im GPS als "nicht empfehlenswert" eingetragen ist, merken wir erst viel zu spät. so kommt es, dass wir über 7Stunden über scharfkantige Felsen holpern, den einen oder anderen kleinen Fluss queren und mehrere Schlammlöcher durchfahren müssen, das ganze natürlich immer entweder aufwärts, oder steil runter. Die Einheimischen in Buhoma glauben uns dann auch nicht, dass wir wirklich diesen "Weg" gefahren sind, da es ja angeblich noch eine bessere Piste gibt. Aber egal, wir sind ja nicht da hochgefahren um ein bischen Offroad zu fahren um dann der Welt zu erzählen wie "cool" wir sind, nein, wir wollten die Gorillas sehen. zwei Tage später haben wir dann auch Tickets bekommen und sind mit einem super Team gestartet um die Gruppe "Mubare" zu finden. Die Tracker gehen wie immer früh am Morgen los, orientieren sich anhand des letzten Standorts und folgen dann den Spuren welche die Gorillas hinterlassen haben. Die Wanderung alleine war schon ein super Erlebnis, mit Macheten wurde ein Weg in den Busch geschlagen sodass man auf dem steilen Abhang auch vorwärts kommt. Nach 1.5 Stunden sind wir dann plötzlich, ohne richtige Vorwarnung inmitten der Gorillas gestanden. Die "Mubare" Gruppe besteht nur aus 5 Mitgliedern, ist aber die am meisten an Menschen gewöhnte Gruppe, sodass der Abstand von sieben Metern, welcher eigentlich Eingehalten werden muss um einiges unterschritten wurde.  Sabrina hatte sogar direkten Kontakt mit dem Blackback als sich dieser entschloss seinen Standort zu wechseln ist der vor unseren Nasen durchmarschiert und hat Sabrina noch kurz gestreift:-)

Uganda (Gorilla)

Das Gorilla Tracking wurde von vielen Reisenden als absolutes Highlight bezeichnet, wir können das nur bestätigen und empfehlen jedem welcher sich in der Region befindet dies zu machen, ein unvergessliches Erlebnis.

Uganda

Zurück nehmen wir dann die "bessere" Piste unter die Räder, haben uns am Lake Bunyonyi nochmals entspannt und sind dann Richtung Ruanda gestartet. Durch diverse Teeplantagen sind wir nach Kigali gefahren und wollten unsere, durch die schlechten Pisten, sehr in Mitleidenschaft gezogenen Hinterradbremse nochmals genau anschauen. Bei der Toyota Garage hat die Begründung, dass unser Bus ja die selben Farben wie Ihr Logo hat nichts gebracht, die wollten einfach wirklich nichts an dem Auto machen. Aber wie das Leben so ist, taucht da plötzlich Jean Paul mit seinem VW Bus Syncro auf und eskortiert uns durch die halbe Stadt in die angeblich beste VW-Garage in Ruanda --> Ein Innenhof mit ein paar vergammelten VW Golf. Die Mechaniker waren freundlich, die Gespräche spannend, die Arbeit aber für nichts, haben dann die Bremse 5min später auf einem Parkplatz wie immer selber angezogen. Dafür wissen wir jetzt, wie man Tutsi, Hutu und Kongolesen unterscheidet. Da von allen jemand anwesend war, wurde Anhand des "Nasenlochtests" die Angehörigkeit demonstriert, so kann man zum Beispiel bei dem Hutu Mechaniker  nur einen Finger in sein Nasenloch stecken, der Hutsi Mechaniker dagegen bekommt da locker pro Nasenloch drei Finger rein. Es war wirklich lustig und vorallem schön zu sehen, dass zumindest im "normalen" Leben Hutu und Tutsi friedlich zusammen Leben.

Die Campingplatz suche in Kigali gestaltete sich dann als sehr schwierig. Am Schluss landeten wir in einem der edelsten Hotels der Stadt, haben uns von der Rezeptionistin über den Chef-Sicherheitsangestellten bis zum Hotelmanager vorgearbeitet mit unserem anliegen "eine Nacht auf dem Parkplatz zu parken".

Am letzten Tag in Ruanda haben wir uns dann noch die Genozid Gedenkstätte bei der Nyanza Kirche angeschaut, wo in Verbindung mit dem Völkermord im Jahre 1994 mehrere tausend Menschen, darunter viele Frauen und Kinder getötet wurden. Im ganzen Land sind über 800'000 Tutsis Opfer des Völkermordes geworden.

Ruanda

Weiter fahren wir auf direktem Weg nach Dar es Salam. In Nairobi schon haben wir mit Marcel und Johanna plus Kindern in Dar abgemacht, da wir aber zu lange in Uganda und Ruanda unterwegs waren wussten wir nicht genau, ob Sie noch dort sind. Der Plan zusammen direkt nach Mocambique zu fahren fällt aber sowieso ins Wasser, da erstens die Pisten durch die starken Regenfälle unpassierbar sind und zweitens im Norden des Landes nach "inoffiziellen" Informationen die Cholera ausgebrochen ist.

Der Weg nach Dar es Salam ist lang, die Speedbumps zahlreich und die Polizeikontrollen so nervig wie noch nie. Einer dieser Tropenköpfe von Polizisten wollte uns eine Busse verteilen, da wir Barfuss gefahren sind. Nach 20'000km durch 13Länder Barfuss will der uns eine Busse geben? Natürlich haben wir nichts bezahlt. 

Da wir auf das Malawi Visum ein paar Tage warten mussten haben wir uns kurzerhand ein Boot nach Sansibar genommen. Wir sind durch Stone Town gebummelt, haben den Pool im Hotel genossen und sind vor Prison Island schnorcheln gegangen. Wir sind positiv überrascht von den Leuten in Stone Town, die anfänglichen Enttäuschungen welche wir mit den Leuten in Tansania gemacht haben sind schon bald vergessen. Ohne die ganze Zeit blöd angequatscht zu werden oder irgendwelche geschäftige Leute welche mit den beiden weissen das Geschäft ihres Lebens machen wollen kann man sich in Stone Town frei bewegen.

Zurück haben wir uns dann 10min in ein Flugzeug gesetzt um die Inseln noch von oben zu bestaunen, jetzt sind wir wieder in Dar es Salam und schwitzen uns bei 35Grad im Schatten einen ab:-)

Sansibar

Sabrina und Gianni

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