Donnerstag, 10. Dezember 2009

Ägypten

Die Einreise nach Ägypten und somit definitiv nach Afrika dauerte rund 3 Stunden. Wir haben uns auf 6 Stunden Formalitäten eingestellt, waren also recht irritiert, als wir nach 3 Stunden durch die Schranke fuhren.

Um die Sache mal zu verdeutlichen, wie so eine Abfertigung von statten geht mal eine kleine Zusammenfassung:

Zuerst fährt man so richtig relaxt allen Autos nach, von welchen man das Gefühl hat, dass sie auch nach Ägypten wollen, man reiht sich in eine Reihe ein und wartet.....irgendwann kommt dann irgend jemand, von dem man keine Ahnung hat welche Rolle er an dieser Grenze hat, wichtig ist sie jedenfalls. So geht das weiter, man wartet bis jemand kommt, man macht das was er und auf arabisch und Zeichensprache vermittelt, die überaus wichtigen Dokumente werden gesammelt und irgendwo anders wieder abgegeben u.s.w. falls es mal nicht mehr weitergeht steht man am besten in Sichtweite aller an diesem Theater beteiligten Darsteller an die Strasse und verhält sich so als ob man keine Ahnung hat was man hier tut, was nicht so schwer ist, da man ja wirklich keine Ahnung hat.

Wir hatten drei Helfer an dem Zoll, die ersten beiden haben wir uns auf der Fähre nach Nuweiba visuell gemerkt, ein netter Kerl aus Kuweit in Pijama und ein überaus stämmiger Amerikaner im Designeranzug (das war so einer mit den drei weissen Streifen auf den Hosen...grins). Der Kuweiter hat mir dann mal beim Kopieren meiner Akten für den arabischen Fahrausweis gesagt, dass ich jetzt gerade zuviel bezahlt habe, der Amerikaner kam irgendwann auf uns zu und ich zitiere: this peoples makes me crazy. Wir fragen ihn ob er das zum ersten mal mache, was er verneinte, meint aber, dass das System jedes mal anders ist und die Beamten selber nicht wissen was zu tun ist. Na dann, uns gehts super, sind ja kaum 2 Stunden verstrichen. Jetzt kommt der dritte Helfer ins Spiel, sein Name ist  Arafat und er ist irgendein Polizist oder so, er bietet uns an, dass er den Rest für uns erledigt, wir sollen einfach relaxt bei den Autos warten. Cool, nach einer halben Stunde steht er wieder vor uns, mit Ägyptischen Nummernschildern, abgestempelten Carnets und Fahrausweisen. Unsere Autos wurden übrigens auch nicht durchsucht, wir bekamen dafür eine Fresszettel wo was hingekritzelt wurde was beweisen soll, dass wir durchsucht wurden. Yeahhhhhh....so einfach gehts also nach Ägypten rein:-)

Ach ja, falls mal jemand mit dem Auto nach Ägypten will, wir verraten euch was das aller wichtigste ist und was wirklich auch kontrolliert wird ----- > Ein Feuerlöscher, den wir natürlich auch hatten, besser gesagt wir haben zwei, zum Glück wurde nicht auf das Verfall Datum geachtet, denn unsere sind wahrscheinlich schon zu Zeiten Ramses dem ersten abgelaufen:-)

Nun ja, was macht man in Ägypten wenn man gerade mal so richtig auf Sinai gestrandet ist, das Wetter gut ist und man viel Zeit mitbringt? Genau, man geht nach Dahab und hängt ein paar Tage so richtig ab. Das haben wir dann auch gemacht,  bevor es weiter nach Nabq ging, wo wir Marcel's Eltern besuchten, welche dort Ferien machten, an dieser Stelle noch mal vielen Dank an Elisabeth und Ueli für diesen schönen Tag. Danach ging es weiter ganz in den Süden von der Sinai Halbinsel in den Nationalpark Ras Muhammed. Dort konnte man so richtig gut Schnorcheln, es gab Fische in allen grössen und Farben, Nemo haben wir auch gesehen und so lustige kleine schwimmende Fische welche als Zebras getarnt waren......war wirklich ein super Erlebnis, mal die Welt unter dem Wasser genauer zu studieren:-)

Nach den schönen Tagen auf Sinai fuhren wir dann weiter nach Cairo, wo wir ja noch ein paar Dinge zu erledigen hatten (Visum Sudan). Cairo ist ein bischen grösser als...hmmmm sagen wir mal Chur, das Autofahren ist aber wenig "wilder" als im Churer Feierabendverkehr, man könnte die Fahrerei z.B. gut mit dem Skisport vergleichen, es gibt einfach nur 3 Disziplinen: Die erste ist die "Speed" Disziplin, das heisst die wählen sich eine Spur aus, von welchen es eigentlich nur drei gibt, praktisch aber fünf gefahren werden, dann wir der rechte Pedal nach unten gedrückt, die Hupe an das Dauerplus gehängt und ab geht die Post. Vorteil von diesen ist, dass man die kaum sieht, dann sind die schon wieder weg. Die zweite währe dann die "Technische" Disziplin, Die kommen hupend von rechts oder links, ziehen gnadenlos vor einem durch um dann beim nächsten Auto wieder 4 Spuren zu wechseln. Die dritte, letzte und am meisten praktizierte Disziplin wär dann die "Superkombination", was das ist, kann man sich  etwa vorstellen.

Nun gut, wir haben Cairo Unfallfrei überlebt und auch den einzigen Camping in der Stadt relativ gut gefunden. Gianni wurde dann Kurzerhand ins Horizontale Delirium geschickt und war mehrere Tage "Kampfunfähig". Der Arzt stellte nach einer Ultraschall-Untersuchung (Für was auch, wir haben ihm gesagt, dass er nicht schwanger ist) fest, dass es eine akute xxx (auch die Schrift der Ägyptischen Ärzte kann man nicht lesen) ist. Sabrina, Caro und Marcel haben sich die Tage aber Tapfer durch die Botschaften gekämpft und so waren wir bald im Besitz eines Sudanesischen und auch Äthiopischen Visums. Nach dem obligaten Besuch der Pyramiden fuhren wir dann nach mehr als einer Woche in dieser stinkigen, lauten und von Menschen überfüllten Stadt raus Richtung Wüste. Dort wurde uns von der Tourist Police mitgeteilt, dass wir nach Cairo zurück müssen, um unsere Ägyptischen Fahrgenehmigungen zu erneuern, ansonsten hätten wir in Asuan ein Riesen Problem. Naja, Cairo hat uns ja so gut gefallen und weit ist es auch nicht, also los brumm brumm 6 Stunden zurückfahren, am nächsten Tag das "Strassenverkehrsamt" gesucht, 5 Stunden, 1.5 paar Hundert Dollar leichter und ein wenig genervt fuhren wir zum zweiten mal aus Cairo raus in Richtung Wüste.

Durch die schwarze Wüste gings dann Richtung weisse Wüsste wo wir im "Skulpturenpark" zwei wundervolle Tage verbrachten. Durch das, dass der Mond relativ rund war, konnte man  auch in der Nacht in den Schatten und Kalkskulpturen verschieden Gesichter und Tiere erkennen. Der Besuch von ein paar Wüstenfüchsen machte das Erlebnis "Wüste" perfekt. Die weisse Wüsste ist für uns die schönste Wüste welche wir bisher gesehen haben, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Weiter gings durch die verschiedenen Oasen mit den heissen Quellen Richtung Asuan wo wir unterwegs noch Pascal treffen, welcher mit seinem Velo unterwegs nach Südafrika ist. Da sein Zelt kaputt war, hat Caro und Marcel ihm kurzerhand ihres vermacht. Irgendwo im nichts haben wir dann die beiden Deutschen Motorradfahrer Alex und Oli, welche wir in Cairo kennengelernt haben, wieder getroffen und fuhren zusammen weiter. Walters Anlasser hat dann auch noch kurz Siesta eingeschaltet, nach ein paar gezielten Schlägen arbeitete aber auch der wieder. Kurz vor Asuan hat sich dann Walter nochmals gemeldet, mit ganz komischen Geräuschen, wir konnten aber nicht wirklich was feststellen, der halbe Camping hat sich das schon angesehen und für gut befunden, und so hoffen wir, dass wir mit unserem Bus auch den Sudan noch erreichen werden, die Fähre fährt voraussichtlich am 14.Dezember von Asuan nach Wadi Halfa.

In der Zeit machen wir hier ein bischen Kultur, Handeln uns durch die Gassen und geniessen die letzten Tage von unserem sehr langen Ägypten Aufenthalt.

Liebe Grüsse und allen eine schöne Weihnachtszeit, trinkt doch mal ein Wanner-Cafe auf uns:-) Sabrina und Gianni

PS: Gianni ist gar nicht erfreut über die Einstellung der Mehrheit der Stimmbürger in der Schweiz:-( Wie sollen wir diesen Menschen hier erklären, das wir sie nicht mögen, denn genau das denken die jetzt von uns -------> DANKE


7 agypten